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Warum gibt es noch keine Haushaltsroboter


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Wunderwelt in Dresden
Anmerkung zu Pops tönender Wunderwelt vom 3.11.2001

Nun muß ich doch einmal eine Lanze brechen für die braven Rechnerknechte, gemeint sind die Softwareschmiede. (Schmiedet die Ware, solange sie weich ist!) 

Wer glaubt denn außer dem geschätzten Geschwätzigen, daß es ausreicht, zu rufen: "Putz doch mal dieses ganze verstaubte CD-Regal, das ist doch kein Zustand da." Mit Verlaub, ich würde das, mal abgesehen von mangelnden Umgangsformen, auch keinem Menschen zurufen, weil ich genau weiß, daß das, was der dann machen würde, sicher nicht von mir beabsichtigt war:
Es fängt ja bei den Zetteln an, die manchmal zwischen dem Deckel der CD und dem Booklet stecken, um auf richtig gute Titel hinzuweisen. Fällt so einer beim Staubwischen raus, ist er sofort als Müll erkannt und wird weggeworfen. Wenn auch keine solche Schnipsel in den CD-Hüllen stecken, auf dem CD-Regal liegt, bei mir zumindest, immer irgendwas rum. Und das dort ist nicht alphabetisch geordnet sondern meist nach der Zugriffszeit. Bei jeder fremden Reinigungsaktion wird dieser Stapel von CDs, Kassetten, Papieren und nicht genauer spezifizierten Dingen gründlich durcheinandergebracht. Und was für mich ein nettes Andenken an irgendein Erlebnis sein mag, ist für jemand anderes ein System von verbogenen Büroklammern. 

Mag man mir ein gestörtes Verhältnis zur (guten deutschen - sowieso) Ordnung nachsagen; bis hierher habe ich noch gar nicht den herbeigesehnten Blechknecht berücksichtigt. DER würde ja, weil er nur fürs Saubermachen zuständig ist, die kunstvolle Doppelhelix aus Büroklammern als unbrauchbaren Müll entsorgen (und per Funk 25 neue, unverbogene Büroklammern ordern). Und davon mal ganz abgesehen: der Stoff aus dem normalerweise CD-Hüllen sind, hat sicher schon manchen von uns ob seiner Sprödheit enttäuscht: Mir ist jedenfalls selten eine davon runtergefallen, ohne daß einer dieser kleinen Plaste-Nasen abgebrochen ist, mit denen der Deckel befestigt ist. Das stört ja im Normalfall nicht weiter, aber der unermüdliche Putz-Automat hätte damit sicher seine Probleme, wenn eben so eine CD-Schachtel nicht seinem Modell entspricht und plötzlich beim munteren Staubwischen auseinanderfällt (wobei dann beim Aufprall auf dem Boden laut Murphy natürlich die andere Nase dran glauben muß). Und dann soll mal der unglückliche Hilfs-Marvin, der, aus welchen Gründen auch immer, trotzdem nur zwei Hand-Äquivalente hat, gleichzeitig seinen Staublappen, die CD-Schachtel und den kaputten Deckel halten und der CD hinterher(-ja-)laufen(?), weil letzte bei der Gelegenheit munter durch den Flur rollt! Lieber geschwätziger Moderator, DAS, kanns ja auch nicht sein!

Und, um nun den Gedanken zuende zu bringen: den Informatikern zur Ehre reichen ihre Anstrengungen (und Teilerfolge), einer stationären ordinären Blechnase das geschwatzte Wort nahezubringen. Mag der pfiffige Tüftler den Automaten, der die CD fängt und gleichzeitig seinen Lappen und die Splitter der CD-Schachtel trägt, bauen. Die hohe Kunst ist es nach wie vor, dieser Maschine ein genuscheltes "fangjetzabamaendlichanhierrichtichsaubazumachn" verständlich zu machen. Und zwar phonetisch wie semantisch. Nein, unsere Damen und Herren Informatiker und Ingenieure zäumen das Pferd von vorn auf: Erst wenn man mit einem Computer pseudophilosophische Gespräche über Ordnung und Chaos führen kann, ist ein Roboter in der Lage, das Prinzip des "Saubermachens" zu verstehen. 
Und wenn man ihn dann in diesem Sinne gebaut hat, wird er es auch sehr schnell lernen, sich im kritischen Augenblick zu verkrümeln.

Ulf

(Der humanoide Roboter ASIMO von Honda kann uns vermutlich noch nicht weiterhelfen.)

6.11.2001