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Im Visier: Rotes Kreuz |
Der USA-Fernsehsender NBC meldete jetzt, dass die USA-Luftwaffe das
Zentrallager des Internationalen Roten Kreuzes (IRK) in Kabul absichtlich
bombardiert habe. Bereits am 16. Oktober war ein Teil des IRK-Lagerkomplexes
von USA-Bomben getroffen worden. Dagegen hatte das IRK energisch
protestiert und um mögliche weitere Fehler bei der US-Zielplanung
zu verhindern, übergab es Washington die genauen Ortsangaben ihrer
Lager in Kabul - nicht ahnend, dass diese den Militärs als Zielkoordinaten
für den nächsten Angriff dienen würden. Am 26. Oktober wurde
der IRK-Lagerkomplex, der isoliert und weit weg von anderen Gebäuden
stand, erneut angegriffen. In einer in Genf abgegebenen Presseerklärung
vom selben Tag wies das IRK daraufhin, dass auf dem Dach mindestens zweier
Lagerhallen des Komplexes ein großes rotes Kreuz auf weißem
Feld von drei mal drei Metern deutlich sichtbar war. Mitarbeiter des Roten
Kreuzes berichteten, dass sie gegen 11.30 Uhr Ortszeit sahen, wie ein niedrig
fliegendes Flugzeug zwei Bomben auf den Komplex warf. Diesmal wurden drei
der vier übrig gebliebenen Lagerhallen getroffen und durch Feuer völlig
zerstört.
Nach Angaben des IRK enthielten die Lager den Großteil der Lebensmittel
und Decken, die das IRK in den nächsten Tagen an etwa 55 000 Menschen
verteilen wollte, die wegen Krankheiten besonders geschwächt und gefährdet
sind. Unter Berufung auf einen hochrangigen USA-Offizier berichtete nun
die TV-Station NBC, dass »der Lagerkomplex des IRK in Kabul nicht
zufällig getroffen wurde«. Als Grund für die Bombardierung
habe der Offizier angeben, das Pentagon wollte verhindern, dass die dort
eingelagerten Lebensmittel den Taleban in die Hände fallen.
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