Kastenweißbrot   

YetiLab
Wunderwelt in Dresden
In einem großengelegten Feldversuch untersuchten die Pop-In-Teilnehmer (und Pop-In-Teilnehmerinnen) die Verfügbarkeit von Kastenweißbroten in ihren lokale Bäckereifachgeschäften. Bittere Schläge mußten wir hinnehmen. Johannes versorgte seine gesamte Wohnumwelt mit den begehrten Backwaren, er hatte eben Glück. Die meisten jedoch konnten die Probleme des geschätzten Geschwätzigen durchaus nachvollziehen: Die Entgegnung "Führ´n wa nich!" steht schon fast für Ostdeutsche Verkaufskultur. Da hilft kein Scherz, keine lustige Idee, mit "Führ´n wa nich!" ist alles gesagt. 
  
Als ehrenamtliche Helferin am Tresen, der die Welt bedeutet, steht die Christine mit ihrem glockenhellen Lachen...

Was das Kastenweißbrot betrifft, mag ja jeder seine eigenen Erfahrungen haben. Hier aus D im Tal der A  kann ich folgendes berichten: 

Im erstbesten Bäckereifachgeschäft bei der erstbesten Bäckereifachverkäuferin erhält der Mutige auf die  Frage nach der Verfügbarkeit von Kastenweißbrot die Antwort: "Hammor ni." (Übers.d.Red.: haben wir nicht). Dann jedoch erspäht der Betrachter des Brotregals mit geometrisch geschultem Blick ein Dreiecksbrot und stellt sich dabei eine halbierte Käsescheibe parallel verschoben passend auf einer Scheibe dieses Brotes vor. Was allerdings den Liebhaber des Kastenweißbrotes in diesem Falle  abschreckt, ist der bei diesem Brot im Vordergrund stehende ökologische Aspekt, denn läßt man dieses Brot nach dem  Einkauf versehentlich auf humosem Untergrund liegen, ist es durchaus vorstellbar, daß an dieser Stelle ein vermehrtes Wachstum von Kürbispflanzen und Sonnenblumen festgestellt werden könnte. Schlußfolgerung für den 1. Ansatz: Man gehe nicht in's  erstbeste Bäckereifachgeschäft. 

Im Lieblingsbäckereifachgeschäft des Verfassers dieser Zeilen ist es dann schon vorgekommen, daß am Ende des  Arbeitstages die kompetente Bäckereifachverkäuferin  aufgesucht wurde und inmitten der sonst gähnenden Leere im Backereiregalfach ganze 5 Kastenweißbrote gesichtet wurden und zwecks Verzehrs gegen einen wieauchimmer  gemessenen Preis eines dieser Exemplare in die Privatküche  des Verfassers überführt wurde. Da Kastenweißbrot im Ganzen  schlecht zu essen geht, wurde es zunächst mit der hauseigenen Handkurbelbrotmaschine bearbeitet. Bei dieser Manipulation platzten von der im Laufe des Tages im Bäckereifachregal hart und spröde gewordenen Brotkruste die Krümel nur so ab und flogen durch den nicht luftleeren Raum. Sowas  kann nicht nur, das geht sogar in's Auge und zwar in's rechte und hat den Besuch beim Augenarzt einer Wahl zur Folge, der das Elementarteilchen eines Bäckereifachproduktes operativ entfernen muß. So schlußfolgert der Verfasser aus dem 2. Ansatz: Alle Bäckereifachverkäuferinnen, die zum Feierabend KEIN Kastenweißbrot mehr im Angebot haben, wollen ihre Kundschaft nur vor körperlichem Schaden bewahren. 

na denn mahlzeit! ck
 


Während sich die Bäckereifachgeschäfte in B. an der W. und in D. im Tal der A. mit dem Verkauf von Kastenweißbroten doch eher zurückhalten, konnte unser weitgereister Popkamerad Alex aus dem W., in dem bejubelte Kultur und verdrängte Unkultur so dicht beisammen sind, uns gleich drei der begehrten Facherzeugnisse präsentieren. In der Stadt der Dichter und Henker, so berichtete uns Alex, findet man auf kleinstem Raum in der Innenstadt 12 Bäcker - da sage noch einer etwas von brotloser Kunst ! 
 
Die einschlägigen Erfahrungen des geschwätzigen Moderators mit altem Kastenweißbrot wurden wunderbar bestätigt. Schon nach zwei Tagen erwies sich das angeschnittene Brot als dermaßen fast und krümelfrei, daß es problemlos auf dem Scanner posieren konnte, um den Hintergrund für diese Seite abzugeben.

22.5.00